Davids Welt

Kleine Episoden, Bildgeschichten zur Historie von Rottweil als Dauerserie in Presse und Internet?

Jetzt soll also die reiche Geschichte der ältesten Stadt Baden-Württembergs in pointierten Bildfolgen dokumentiert werden. Stadtrat Hubert Nowack gab den Impuls und der Zeichner Gerhard Mauch (Gischbl) hatte die Idee, das in einer Serie von kurzen Bildgeschichten (eine Seite pro Folge) zu dokumentieren.

Als Protagonist soll David Rötlin, der Schöpfer der „Pürschgerichtskarte“,
die er vor 458 Jahren gestaltete, durch die Geschichte(n) führen.

Das Themenspektrum ist groß. Nahe liegt, zuerst die Entstehung dieser Großkarte (Durchmesser 2m!) unter die Lupe zu nehmen. Weiter soll die Geschichte bekannter Rottweiler Häuser und Gebäude (Brotlaube, Kapellenkirche), zeitgeschichtliche Ereignisse (Reformation, Land- und Machtkonflikte, Hexenverfolgung), aber auch zurückliegende und zukünftige Epochen (Römerzeit, Jetztzeit) behandelt werden. Interessant könnte auch der Blick auf die Geschichte der umliegenden Gemeinden (sie sind ja auch Teil der Karte) sein.

In der Zwischenzeit hat sich eine kleine Gruppe (15-20 Personen) „geschichtsbewusster“ Bürger um das Projekt gebildet. Darunter sind die ehemaligen Stadtarchivare Hecht, Mager und Kulturamtsleiter Schaffert. Die Initiatoren freuen sich natürlich über „Zuwachs“.

Ein ambitioniertes Projekt angesichts des 1250-jährigen Jubiläums der Stadt Rottweil.

Mehr Info bei: gischbl13@web.de, -0741-1757903
     

Folge 2:

Schwäbische Version:



Und hier in Farbe:



Weitere Informationen:




     

Infos zum Start des Projekts und zu Folge 1:

Schwäbische Version:



Und hier in Farbe:



Erläuterungen:

      Kapellenturm und Kapellenkirche
Für David Rötlins Pürschgerichtskarte spielt der Kapellenturm eine ganz besondere Rolle, denn von hier aus hat der Maler seine vier Ansichten gezeichnet. Der Turm ist aber nicht nur der grafische Mittelpunkt der Karte. Der Künstler fasst ihn vielmehr auch auf als ideellen Mittelpunkt der Reichsstadt Rottweil und ihres Pürschbezirks, als Zentrum seiner eigenen Welt. Die Kirche war zu Rötlins Zeiten im übrigen teilweise mit einer Mauer umgeben und von einem Pflaster eingesäumt, das bei der Kirchengrabung von 1981 angetroffen wurde.

Der Hintergrund zu Davids Auftrag
David erhielt den Auftrag zur Pürschgerichtskarte vom Rottweiler Magistrat – also dem obersten Gremium der Stadt. Ausgelöst hat diesen Auftrag vermutlich eine Überprüfung der Grenze der Stadt zum westlich benachbarten Herzogtum Württemberg. Zu diesem Zweck ritt nämlich 1563 eine Rottweiler Kommission mit dem Bürgermeister und vier Ratsherren an der Spitze aus, um die Verhältnisse an Ort und Stelle zu über-prüfen. Bei dieser 22-köpfigen Gruppe, die noch durch Stadt-knechte verstärkt wurde, befand sich auch der Maler Jung Hans Fryburger, der wahrscheinlich einzelne Punkte der Grenze oder ihren Gesamtverlauf zeichnen sollte. Offensichtlich erledigte er diese Aufgabe nicht zur vollen Zufriedenheit der oberen Herren. Wie Rötlin dann den Auftrag bekam, ist nicht bekannt. Vielleicht erhielt er ihn in der Weise, wie sie in unserer Bildgeschichte beschrieben ist.

Das Pürschgericht
Bei „Pürsch“ geht es, so die generelle Erklärung, um ein königliches Wildbanngebiet, das sich später nicht zum Bannforst, sondern zum Freijagdgebiet entwickelte. Bannforst stand für einen Wald, in dem das Recht auf Nutzung dem Landesherren bzw. der Stadt vorbehalten war. Dies galt erst nur für die Jagd, später aber für die gesamte Nutzung. Das Pürschgericht stand für einen königlichen Verwaltungs- und Gerichtsbezirk. Zwölf Vögte aus ganz bestimmten Dörfern agierten als Urteilsfinder unter dem Vorsitz eines Reichsstadtbürgers. Der Rottweiler Magistrat hatte die Hoheit über die freie Pürsch, die Zivilverfahren (z.B. Familienangelegenheiten) aber auch schwere Missetaten wie Totschlag umfasst haben.



Erste Skizzen: